Astronomie und Autorennen auf dem Col de la Faucille.

Par Thomas Twieg, 4 février2006.

Irgendwie war schönes Wetter angesagt, Claude und Aline wollten gerne rausfahren. Gesagt, getan, ich hatte auch Lust, noch ein bisschen Zeit draussen zu verbringen, selbst, wenn der Mond noch hoch am Himmel stand und gegen 00:30 Uhr untergehen sollte. Daher auch nur leichtes Equipement (Stativ, Giro + TMB 102/650). Nachdem Joël im Bett war wurde also schnell das „Zeugs“ ins Auto geschafft, Tee gekocht, angezogen und gegen 21:30 Uhr ging’s dann Richtung Faucille. Es sollte nur ein „Schnellspechteln“ werden. Claude, Ludo und Aline waren schon da, hatten aber noch nichts aufgebaut. Schnell war ein Platz auf dem Parkplatz mit festgefahrener Schneedecke gefunden, wie üblich neben dem kleinen Bau. 5 Minuten später stand mein Refraktor einsatzbereit und fing an, auszukühlen. Bei Claude dauerte alles etwas länger, es gab Probleme mit der Elektronik, die nicht dahin wollte, wo sie sollte. Ein bisschen Fluchen und Basteln während ich mit Aline eine Tour des Himmels mache (blosses Auge). M42, M31, einige Klassiker zum „Warmschauen“ dann schnell unser Objekt des Monats eingestellt (NGC 7662) der gerade noch Richtung Nordwest zu suchen war. Irgendwie habe ich mich doch etwas schwer getan, das Teil zu finden, nur mit Hilfe von Atlas und Umgebungssternen konnte ich ihn bei schwacher Vergrösserung kriegen, doch dann war es sicher. Vergrösserung steigern und der kleine „Schneeball“ kam zum Vorschein. Auch Claude bringt sein 10“ Meade auf Tour zum Objekt des Monats. Das ist dann doch etwas mehr zu sehen. Na ja. Aline bietet bereits die ersten Tassen Tee an, es war doch recht kalt, um die -10°C. Sie hat wohl schon kalte Füsse. Gelegentlich zogen kleine Wolkenbänke vorbei, die aber kein „Gefahr“ darstellen. Saturn war natürlich gefragt, der hoch am Himmel stand und immer ein Paradeobjekt darstellt. Aline war ganz „versessen“ darauf. Erst Claude mit seinem 10“ – das Bild war recht scharf, an die 4 Monde zu sehen – toll. Mein Apo brachte nur 3 Monde und alles war etwas kleiner – 100 mm sind eben keine 250 mm. Trotzdem ein schönes Bild. Kurz noch auf den Mond – Meennsch danach ist man fast blind, der brennt dir ja fast Löcher auf die Netzhaut. Da gab’s doch noch eine Bedeckung von 27 Ari (6,4 m), das lasse ich mir nicht entgehen. Und tatsächlich, der Mond nähert sich mit seiner dunklen Seite rasant dem Stern und pünktlich gegen 23:07 Uhr wurde er „ausgeknipst“.

Danach in Richtung südlicher Orion, M46, M47 und NGC 2423 wollte ich mir holen. Doch zunächst stiess ich zufällig auf M41 – recht gross stand er da und schön anzusehen. Claude’s 10“ brachte allerdings nur unscharfe Sterne, war das Teleskop nicht ausgekühlt oder einfach nur schlechtes Seeing ? Na gut, sie standen doch recht tief über dem Horizont . . . Danach M46, M47 und NGC 2423 – alle drei in einem Gesichtsfeld, mit dem 31mm Nagler prächtig anzusehen. M46 waren wie kleinste schwache Funken auf schwarzem Grund, M47 dagegen wie Diamanten. Man braucht nicht mal höher vergrössern.

Da kamen plötzlich Motorgeräusche auf, ein Golf mit demontierten Nummernschildern fing an, auf dem Parkplatz Rennen zu fahren – es rutscht halt zu schön. Das hatte ich schon letztes Jahr, wollte eigentlich nicht mehr im Winter auf den Faucille und nun ? Dann noch ein alter Geländewagen – dasselbe. Nach kurzer Diskussion wusste dieser Fahrer nicht, was tun. Der war etwas ruhiger doch der andere donnerte ohne aufzuhören immer weiter auf der Piste. Tja, da kannst Du natürlich einpacken, Claude und Aline hatten kalte Füsse, dann macht’s auch keinen Sinn mehr. Einpacken und runterfahren – es war kurz nach Mitternacht.

Gute Nacht

Restez à l'oculaire

Thomas

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