Edge-on Galaxien im Frühling und ein genialer Jupiter.

Par Thomas Twieg, 30 avril 2006.

Alle sprechen nur noch vom Kometen und auch ich hätte ihn gern mal mit grösserem Geschütz gesehen. Was liegt also näher, als diesen Neumond, Pascales Neugierde auf astronomische Beobachtung (sie kam mit Catherine für ein verlängertes Wochenende aus Paris zu uns) und die Möglichkeit auf neuem Terrain (nahe des Col de la Givrine - 1300 m auf Schweizer Seite) zu beobachten, auszunutzen. Wetter war nicht besonders gut angekündigt, wechselhaft, aber die Nacht von Samstag auf Sonntag bot die beste Chance. Am Nachmittag zeigte Fabienne noch Catherine Lajoux, Mijoux und den Col de la Faucille, ich liess Joël noch etwas schlafen und fuhr dann mit Pascale und Joël auf den Col de la Faucille. Einen eisigen Wind gab's da oben, so dass Fabienne nur noch einige Schritte machen wollte und dann im Café verschwand (mit Joël...) Also gut. Die Wolken sahen nicht so gut aus, aber je später es wurde um son vielversprechender entwickelte sich die Situation. Nichts wie runter (ich war mittlerweile mit Joël allein, les "filles" wollten noch einige Einkäufe in Thoiry machen. Also Bad vorbereiten, Ausrüstung packen, Tee kochen und natürlich einige Telefonate führen. Wir wollten ja mit Nicolas Guerin (?) und seiner Truppe einen Abend beim Col de la Givrine verbringen. Von unserem Verein blieben schliesslich nur noch Claude und Etienne übrig, Jean-Michel zog es vor, mit der Société Astronomique de Genève zum Couvaloup zu fahren. Schnell noch ein paar warme Sachen für Pascale vorbereitet, es verspricht, kalt zu werden (Wind !!!) Treffen in Crassier beim Zoll (Etienne  15 min zu spät - das kostet eine halbe Flasche...) und dann nichts wie hoch. Etienne hatte noch seine Tochter Sabine im Auto, die erst mit ihrer Mutter gegen 18:00 aus London am Genfer Flughafen landete.

Am vereinbarten Treffpunkt in fast noch winterlicher Berglandschaft standen nur ein paar Autos, aber kein Mensch war zu sehen. Sind wir hier wirklich richtig ? Der Mond im Westen war fast am Untergehen und zeigte seine schmale Sichel + sein aschgraues Licht in bester Manier. Das verspricht recht transparent zu werden. Ich mache noch schnell eine Suchtour zum verlassenen Bauernhof und auf dem Rückweg sehe ich in der Dämmerung eine kleine belebte Feuerstelle zwischen den Bäumen.  Na da schau her, da gibt's also das angekündigte Picknick. Nichts wie hin über kleine Schneefelder und schon gab's eine herzliche Begrüssung. Nicolas - ich hatte ihn vor 5 oder 6 Jahren mal von St.-Luc im Wallis nach Genf mitgenommen und er konnte sich sofort daran erinnern.

Ein bisschen Schwatzen und dann ging's ans Rangieren mit den Autos, Platz für die Teleskope musste her. Nicolas zeigt unterdessen mit meinem grünen Laser Pascale einige Sternbilder und dann geht es auch schon los. Der grosse Bär steht hoch am Himmel und da denkt man gleich an M51 - na klar. Schon war er samt NGC 5195 im Okular und - boooaaaahhh Spiralarme in schönster Struktur zu sehen. Öffnung macht eben doch was her. Dann weiter zum Kometen SW3/73P. Ein bisschen gesucht habe ich schon, 3 Tage vorher stand das Fragment C noch bei Iota CrB. Er hatte sich doch ziemlich weit bewegt, doch dann endlich hatte ich ihn im Okular. Kern, Koma, Schweif, alles da was man braucht. Fragment B wollte ich mir für später vornehmen - doch dann haben wir nicht mehr daran gedacht (merde !!) Dann weiter zu Saturn, das C11 war noch nicht ausgekühlt, aber bei schwacher Vergrösserung . . .Immer wieder ein Vergnügen. Wir sprechen ein bisschen über Galaxien - und schon kommt mein altes Leiden - edge-on Galaxien - zum Vorschein. NGC 4565, das Schwergewicht. Doch zum Aufsuchen brauchte ich schon ein Karte. na ja, der Frühling fängt ja erst an. Weiter geht's über NGC 4559 - eine irreguläre Galaxie zu NGC 4631 und seinen Nachbarn NGC 4627. Eigentlich sollte man noch NGC 4525 auf der Strecke mitnehmen und dann einen Schwenk zu NGC 4244 und NGC 4217 machen. Ich glaube, die hatte ich schon mal im Okular - allerdings keine Bemerkungen geschrieben. Diese Gruppierung  sollte eine Standard-Strecke werden. Fast auf gleicher Retaszension braucht man nur die Deklination 2.5° hochfahren und schwupp - steht der helle Galaxie im Bild . NGC 4627 nur ein kleiner Balken, doch beide im Gesichtsfeld zu haben ist toll. Dann geht es weiter, einfach nur spazierensehen im Virgohaufen. Hier ist eine, da ist eine, dort gleich zwei im Gesichtsfeld, dort und dort und immer mehr zeigen sich. Orientierung ? Unmöglich, es gibt einfach zu viele und wir sind mal wieder nicht richtig vorbereitet, Schande möge sich über uns ergiessen. Ein Diktiergerät wäre eine feine Sache – sollte ich mir endlich zulegen.

Sabine ist schon seit langem bibbernd im Auto und auch Etienne wird's wohl nicht mehr lange halten. Ewig das gleiche Spiel - nicht richtig angezogen. Etienne sollte das aber wissen...

Einige der Mitbeobachter von Nicolas drücken sich bei uns die Nasen an den Okularen platt. Kein Wunder, für sie ist es das erste Mal und dann gleich in so grossen Lichteimern. So geht halt auch die Zeit dahin, es gibt Tee, Schokolade, die einige der schon abgefahrenen Beobachter uns dagelassen haben. Dann wieder ans Okular. Was ist das? Eine hübsche edge-on Galaxie im Feld mit einer weiteren kleineren Galaxie. Irgendwie erinnert mich das Bild an etwas schon mal Dagewesenes. Wer ist das? Keine Ahnung. Wir zeigen Claude die Position und auch er fängt an zu suchen. Nach einiger Zeit ist sie auch bei ihm im Okular nur leider kann er seinem LX200 nicht ihren Namen entlocken. Nur die Koordinaten - schon mal nicht schlecht. Nicolas findet sie schliesslich in meinem Cambridge auf der bereits aufgeschlagenen Seite. So einfach ist das!!! Es handelt sich also um NGC 4762 und NGC 4754. Das sagt mir doch was? Bloss was... Später zu Hause suche ich noch ein bisschen und siehe da - das war mal eine meiner Favoriten. Mensch Tom-Tom, wie lange hast Du schon nicht mehr richtig beobachtet? Fabrice Morat hatte sie mal im Astrosurf-Magazine vorgestellt und sie ist wirklich ein echter Tip. Eine kleine dürre Spindel, an der man sich nicht sattsehen kann.

Mittlerweile sind nur noch Nicolas, Claude, Pascale und ich übrig, alle anderen hatten bereits kalte Füsse und sind heimgefahren.

Dann ist aber noch Jupiter dran - möööönnnsch da zieht's einem ja die Schuhe aus, ist da ein Dia im Okular ? Möööööönnnnsch ist das toll und ich glaube nicht meinen Augen zu trauen. Derart viele Details auf der Oberfläche, das hatte ich so noch nicht in meinem Okular. Dann schnell das Bino und die 30 mm eud. Okulare rein, boooooaaaahhhh - welch ein Anblick. das gibt's ja gar nicht. Ist die Luft wirklich so ruhig, dass man da noch mehr vergrössern kann ? Also 19 mm Panoptik ins Bino - da wurde es allerdings schon etwas flau, also zurück zu den 30-ern. Dann wird noch ein wenig mit Glaswegkorrektoren gespielt, doch am besten war's wirklich mit den 30 mm eudiaskopischen Okus. Die haben sich echt bezahlt gemacht.

Mittlerweile ist es auch schon nach 01:30 Uhr und auch wir packen zusammen, obwohl man eigentlich die ganze Nacht draussen bleiben sollte.

Joël wird allerdings spätestens gegen 07:30 Uhr wach. also heimfahren, ausladen und dodo.

Ein Klasse Beobachtungsabend mit sympathischen Leuten ging zu Ende. das war hoffentlich nicht das letzte Mal.

Gute Nacht

Restez à l'oculaire

Thomas

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